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Geschichte · Legendäre Biografien

3 einflussreiche Wikinger und ihre Geschichte

Drei Namen, drei Wege in die Geschichte: Erik der Rote gründete Siedlungen im Eis, Leif Eriksson erreichte Nordamerika – und Harald Blauzahn hinterließ ein Erbe, das heute in fast jeder Hosentasche steckt.

Blog · Entdeckung, Macht und Erinnerung

Drei einflussreiche Wikinger Persönlichkeiten als historische Illustration mit Schiff und Runen

Erik der Rote: Der Mann, der Grönland verkaufte

Erik Thorvaldsson, besser bekannt als Erik der Rote, war kein stiller Entdecker mit Landkarte und Kompass. Seine Geschichte beginnt mit Gewalt, Verbannung und einer Entscheidung, die aus einer Strafe eine Expedition machte. Geboren vermutlich um 950 in Norwegen, kam Erik schon als Kind nach Island, nachdem sein Vater wegen Totschlags verbannt worden war. Später geriet auch Erik selbst in tödliche Fehden. Um 982 wurde er für mehrere Jahre aus Island verbannt – und segelte nach Westen.

Dort stieß er auf eine riesige Insel, deren Küsten zwar von Eis, Felsen und Fjorden geprägt waren, die aber an einigen Stellen tatsächlich Siedlungsraum bot. Als Erik nach seiner Verbannung zurückkehrte, brauchte er Menschen, die ihm folgten. Also gab er dem Land einen Namen, der fast wie ein Versprechen klang: Grönland. Ob dieser Name wirklich als Werbetrick gemeint war, berichten die Sagas selbst – und gerade deshalb ist er so faszinierend. Erik verstand, dass ein neues Land nicht nur entdeckt, sondern auch erzählt werden musste.

Im Jahr 985 soll er mit einer Flotte von 25 Schiffen aufgebrochen sein. Nicht alle erreichten ihr Ziel. Diejenigen, die ankamen, gründeten die ersten dauerhaften nordischen Siedlungen auf Grönland. Eriks Geschichte zeigt die Wikingerzeit in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit: brutal, risikoreich, aber auch erstaunlich organisiert. Ohne Schiffe, Vorräte, Netzwerke und Überzeugungskraft wäre Grönland nie zu einem nordischen Außenposten geworden.

Leif Eriksson: Der Sohn, der noch weiter segelte

Leif Eriksson wuchs in einer Welt auf, in der der Horizont nie das Ende bedeutete. Als Sohn Eriks des Roten kannte er die Geschichten von Aufbruch, gefährlichen Überfahrten und neuen Küsten seit seiner Kindheit. Um das Jahr 1000 segelte Leif von Grönland aus weiter nach Westen. In den Sagas erscheint dieses Land unter dem Namen Vinland – ein Ort mit Holz, mildem Klima und Ressourcen, die es auf Grönland kaum gab.

Lange blieb unklar, ob Vinland reine Erzählung oder historische Realität war. Das änderte sich im 20. Jahrhundert mit der Ausgrabung von L’Anse aux Meadows in Neufundland. Die Fundstätte gilt heute als starker archäologischer Beleg für eine nordische Präsenz in Nordamerika – mehrere Jahrhunderte vor Kolumbus. Leifs Geschichte ist deshalb nicht nur ein Abenteuerstoff, sondern ein Beispiel dafür, wie Sagas, Archäologie und moderne Forschung ineinandergreifen können.

Besonders spannend ist auch der religiöse Bruch in Leifs Familie. Während Erik der Rote in der Überlieferung eng mit der alten nordischen Götterwelt verbunden bleibt, wird Leif mit der Christianisierung Grönlands in Verbindung gebracht. In einem einzigen Familienbild treffen damit zwei Epochen aufeinander: die Welt Odins und die Welt des christlichen Europas.

Harald Blauzahn: Ein König zwischen Runenstein und Funktechnik

Harald Gormsson, genannt Harald Blauzahn, steht für eine andere Seite der Wikingerzeit: nicht für das einsame Segel am Horizont, sondern für Machtpolitik, Reichsbildung und religiösen Wandel. Im 10. Jahrhundert festigte er seine Herrschaft in Dänemark und spielte eine zentrale Rolle bei der Christianisierung des Nordens. Auf den Runensteinen von Jelling ließ er sich als Herrscher präsentieren, der Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte.

Der berühmte Beiname „Blauzahn“ wird häufig mit einem dunklen oder verfärbten Zahn erklärt, sicher belegt ist diese Deutung jedoch nicht. Sicher ist aber: Harald wurde zu einer Symbolfigur für Verbindung. Genau deshalb griffen Entwickler in den 1990er-Jahren seinen Namen auf, als sie eine neue Funktechnologie benannten, die Geräte miteinander verbinden sollte: Bluetooth. Selbst das Logo ist eine Kombination aus Runenzeichen für seine Initialen.

Damit schlägt Harald Blauzahn eine ungewöhnliche Brücke von der Wikingerzeit in die Gegenwart. Zwischen Runenstein und Smartphone liegen über tausend Jahre – und doch steckt ein Stück nordische Erinnerung in einem der alltäglichsten Symbole moderner Technik.

Drei Lebenswege, eine Epoche: Erik der Rote steht für Besiedlung, Leif Eriksson für Entdeckung und Harald Blauzahn für politische Einigung. Zusammen zeigen sie, dass die Wikingerzeit weit mehr war als Raubzüge: Sie war ein Zeitalter von Migration, Macht, Handel, Glaubenswechsel und Erzählungen, die bis heute weiterleben.

Viele moderne Darstellungen vermischen historische Personen, Sagas und Popkultur. Genau deshalb lohnt sich der zweite Blick: Welche Geschichten sind archäologisch gestützt, welche beruhen auf späteren Überlieferungen – und welche sind moderne Dramatisierungen? Wer das eigene Bild der Wikinger prüfen möchte, findet im Fjordia Faktencheck weitere Einordnungen oder kann sich direkt im Wikinger-Quiz testen.

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